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HOTZENWALD NATURGARTEN

Beim Hotzenwald-Naturgarten geht es um "Meinen Garten - mein Paradies Zuhause". Ich stelle meinen Naturgarten hier exemplarisch vor, damit man selber sehen kann, was man vor Ort für die Natur machen kann. Viele fragen sich: Was kann ICH schon gegen das Artensterben und Klimawandel tun? Meine Antwort: Einfach anfangen - als kleine Inspiration den Film auf Youtube "Mein Garten" von Jan Haft anschauen. Fast alles was man dort sieht, kann bei uns in Rickenbach entdeckt werden - ist das nicht toll? 

 

Mir geht es nicht darum, dass jeder einen Naturgarten anlegt, mir geht es um unsere "Gartenkultur" und um eine "gemeinsame Basis" von der wir aus durchstarten können, um die Welt zu retten...

 

Ist das überhaupt relevant? Allein die 17 Millionen Gärten Deutschlands addieren sich bei einer Durchschnittsgrösse von 400m2 zu einer Gesamtfläche von 6800km2. Das sind 1.9% der Landesfläche - so viel wie alle deutschen Naturschutzgebiete zusammen (Zitat: Reinhard Witt, Wild-Gärten, BLV 1995, Seite10). Also ja, es ist relevant!

 

Ziel 2022 erreicht: GOLD-Prämierung des Naturgartens durch die Initiative Tausend Gärten - Tausend Arten, als einer der ersten Naturgärten im Südschwarzwald. Mit dieser Prämierung sind nun alle Teilbereiche in denen unserer Verein im Naturschutz aktiv ist: "privat", "öffentlich" und "Natur & Wirtschaft" durch "unabhängige Jurys" offiziell prämiert worden und nun nachweislich als "vorbildlich" im Siedlungsgrün. Damit ist Rickenbach ein Vorbild für "naturnahes Siedlungsgrün" - ein echtes Leuchtturm-Projekt.

 

Der Hotzenwald-Naturgarten hat Patenschaften für folgende regionale besondere Pflanzen/Raritäten übernommen: Zarter Gauchheil, Kleines Helmkraut und die Silberdistel. Dies soll eine Anregung auch für andere Naturgärten sein, sich der besonderen, auch gärtnerischen Verantwortung für unsere "seltensten Arten" anzunehmen, um diese zu retten. Die Vision: Keine Pflanze darf in Deutschland aussterben!

 

Hier geht die Schweiz mit Beispiel voran und integriert ehrenamtliche Gärtner im Artenschutz.

 

Hier stelle ich meinen eigenen Naturgarten vor. Unter der Infobox könnt ihr einige Bilder sehen, ausserdem lege ich dort Literaturstellen ab, als Referenz. Dies zeigt, dass man mit dem eigenen Garten sich das Paradies nach Hause holen kann. So hat sich mein Garten seit über 25 Jahren entwickelt, weiterentwickelt und jedes Jahr nehme ich mir etwas NEUES und SPANNENDES vor. Ein Garten wird ja nie fertig. Aber man braucht keinen grünen Daumen - man muss nur einfach anfangen.

Unser Garten ist ein echter "Witt". Da ich damals die Planung nicht selber machen konnte und ich alle Familien-Wünsche erfüllen wollte, habe ich Reinhard als Moderator zu uns eingeladen. Er hat mit uns einen kleinen Familien-Workshop gemacht und das Resultat war eine Zeichnung auf Fettpapier, den Plan haben wir dann über mehrere Jahre nachgebaut und uns so unseren Traum erfüllt. Ich selbst bin jedes Jahr überrascht wieviele Pflanzen und Tiere man auf so einer kleinen Fläche (1600m2) entdecken und erleben kann. Neu habe ich ein Fotoalbum, welches meine Pflanzen im Blühverlauf des Jahres zeigt. Dies um die Vielfalt der einheimischen, mitteleuropäischen Wildpflanzen, die durchaus "gartenwürdig" sind, mal vorzustellen. Viele denken, ein Naturgarten ist Wildnis - das ist natürlich falsch, ein Naturgarten ist gärtnerisch gestaltet und überwiegend bunt, Wildnis ist überwiegend grün. Ich hoffe das konnte ich damit einfach mal erklären, da es immer wieder zu Missverständnisse kommt. Ausserdem ist der Naturgarten einer der offiziellen Antworten auf den Artenschwund und ein Beitrag zur lokalen Biodiversität, somit bitte ich, auch im Kleinen, zum Nachahmen "für die Natur".

 

Die Fragen, die es im Gartenbereich gibt, können alle beantwortet werden! Mein Garten ist ein 70:30-Naturgarten, d.h. mindestens 70% meiner Pflanzen sind einheimische Arten. Da Naturgärtner dazu tendieren aus allem einen Lebensraum zu machen, geht die Arbeit natürlich nie aus - das ist aber unheimlich spannend. Mittlerweile wurde mein Naturgarten mit GOLD prämiert und die erste offene Gartentür hat 2023 stattgefunden. Die offene Gartentür 2024 ist mit Naturklang aus Wehr und war ein voller Erfolg. Bernhard Keller hat auf 2 Didgeridoos gespielt, die aus Zucker-Ahorn Holz aus meinem Garten gebaut wurden.

 

Neues Ziel 2023 - 2033: Ich möchte in meinem Naturgarten versuchen 1000 Arten nachzuweisen! Über meinem BLOG werde ich immer wieder mal ein Update geben (so alle 6 Monate). Ich verwende iNaturalist, da man hier Pflanzen und Tiere bestimmen kann. Ausserdem werde die Beobachtungen von Experten verifiziert, was natürlich eine große Hilfe ist.

 

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Bevor man beim Thema Naturgarten mitreden kann, muss man allerdings einiges vorher wissen:

 

Standardwerk: Reinhard Witt, NATUR FÜR JEDEN GARTEN; Das Einsteiger-Buch, Seite 12-15, 3. Auflage 2018 Naturgarten Verlag Ottenhofen. Ich sehe in Reinhard unseren Vorreiter in der Naturgartenbewegung (siehe Referenz).

 

Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Ziergarten und einem Naturgarten

Anwort: Ein Naturgarten ist im Prinzip das ökologische bewusste Gegenteil eines Ziergartens. Er wird nach dem Vorbild der Natur angelegt. Heimische Arten haben Vorrang, oft orientiert man sich am Beispiel natürlicher Pflanzengemeinschaften oder Lebensräume wie Blumenwiese, Wildsträucherhecke und Naturteich. Gifteinsatz und Chemie sind verpönt, er ist pflegeleicht und kostensparend. Und er ist nachhaltig, sich selbst erneuernd. Der Trend begann Anfang der 80er Jahre und erstarkte durch zunehmendes Umweltbewusstsein. Diese Gärten bieten am meisten Lebensraum für heimische Tiere. Ein naturnaher Garten kann ohne weiteres mit Bio- und Nutzgarten kombiniert sein. Durch die Integration von Nutzpflanzen ergeben sich sogar Vorteile für den Pflanzenschutz (Bsp.: Mein Garten: Der Hotzenwälder Naturgarten).

 

Frage: Was ist ein Natur-Erlebnis-Garten?

Anwort: Die Weiterentwicklung der Naturgartenidee in den vergangenen Jahrzehnten hat einen neuen modernen, zukunftsweisenden Gartentyp geschaffen, den Natur-Erlebnis-Garten. Natur-Erlebnis-Gärten sind im Grunde naturnahe Gärten mit einem besonders hohen Erlebniswert für die Bewohner. (Bsp.: Die Novartis NaturErlebnis-Anlage Wehr)

 

Der ursprünglichch aus der Geschichte geborene Anspruch, dass Naturgärten ein Abbild der sie umgebenden Landschaft sein sollen, tritt hier zurück gegenüber einer neuen Öffnung. Nicht die Region, ihre typischen Pflanzen oder gar Naturschutz stehen im Vordergrund, sondern der Erlebniswert solcher Gartenananlagen. Es geht nicht um die Bewahrung von Wildpflanzenarten, die sich durch Gärten sowieso nicht retten lassen, sondern um eine möglichst vielfältige, an Sinneseindrücken reiche Welt die gleichzeitig voll tierischen Leben steckt. In diesem Sinne wird die Pflanzensoziologie untergeordnet: Die Pflanzenlisten in Natur-Erlebnis-Gärten schreiben keine Botaniker und Artenschützer, sondern Gärtner. Und wie alle Gärtner sind auch Naturgärtner kreative Gestalter. Sie schaffen Lebensräume mit heimischen Pflanzen und zaubern damit menschengemachte Paradiese. Mit natürlichen Formen, betörenden Düften, den dezenten Farben, der Harmonie der Jahreszeiten und vor allem mit ihrer Tierwelt sprechen Natur-Erlebnis-Gärten Menschen im Herz an. Besonders Kinder sind berührt von dieser neuen Qualität eines Lebensraums Garten und möchten, einmal da, so bald nicht wieder weg. Ihnen gehört die Zukunft, und deshalb ist es uns auch ethische Verpflichtung, den Garten so zu schaffen, dass er keine vergängliche Mode sei nach Hochglanzkatalogen, sondern in sich tief verborgene Werte bietet. Überlebenswerte.

 

Frage: Was sind Natur-Erlebnis-Räume?

Antwort: Wenn im Vordergrund steht, unsere heimische Natur mit all unseren Sinnen zu erleben in allen ihren Facetten, dann ist es vom Natur-Erlebnis-Garten zum Natur-Erlebnis-Schulhof, zum Natur-Erlebnis-Kindergarten oder Natur-Erlebnis-Spielplatz, kurz Natur-Erlebnis-Räumen nur ein kleiner Schritt. Auch hier steht ganz obenan, die eigene körperliche und geistige Entwicklung im Einklang mit der Natur zu vollbringen. So faszinierend Computerspiele sein mögen, so leer und unerfüllt kann die Zeit hinterher sein. Vergessen wir im virtuellen Zeitalter nicht, dass es Realität, Natur gibt. Sie zu entdecken, in ihrer ganzen sinnlichen Breite dazu dienen solche Natur-Erlebnis-Räume. Sie vermitteln motorische Fähigkeiten, fördern Sprache und Sozialverhalten, geben uns elementare Kontakte mit den vier Elementen, mit Pflanzen und Tieren und lassen uns zu Menschen im Ursinn der Schöpfung werden. Der Schwerpunkt solcher Anlagen liegt in spielerischer Entdeckung, Erlebnis und Aneignung. Bei der kindgemässen Planung steht eine bewusste Wahrnehmung im Vordergrund. Ohne die Vielfalt der Eindrücke verkümmern die Sinne. Dass wir es inzwischen nötig haben, Natur-Erlebnis-Räume eigens anzulegen, zeigt, wie weit wir es schon gebracht haben. Es zeigt aber auch, dass wir neue Lösungswege finden können: mit Natur-Erlebnis-Räumen.

 

Frage: Wie komme ich zum Naturgarten?

Antwort: In 10 Schritten zum Naturgarten

  1. Schritt: Die Natur-Gartenidee verstehen

  2. Schritt: Heimische Wildpflanzen entdecken

  3. Schritt: Die ökologischen Grundlagen erkennen (S. 72 Der schnelle Biodiversitäts-Tests)

  4. Schritt: Beispiele sehen

  5. Schritt: Planen

  6. Schritt: Bauen

  7. Schritt: Bepflanzen

  8. Schritt: Gestaltungselemente und Pflanzenrezepte finden

  9. Schritt: Pflegen

  10. Schritt: Entwicklung

PS Die Abbildung aus dem genannten Buch geschah im Einvernehmen mit dem Autor Reinhard Witt.

 

Ergänzung:

Schützen durch Nutzen: Viele sind zum Naturschützer geworden, weil sie einen Nutzen (meistens Nahrung) in dem Schutzgut sehen. Aus diesem Grund möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass der Mensch sich seit Millionen von Jahren aus der Natur zum grossen Teil von Wildpflanzen ernährt hat. Sie erhalten viel mehr Mineralien und Vitaminen wie unsere heutigen Zuchtformen - dafür schmecken sie aber auch teilweise recht bitter... Nur der Vollständigkeit halber gebe ich noch zwei Literaturstellen zu diesem Thema an (Rita und Frank Lüder , Wildpflanzen zum Genießen...kreativpinsel Verlag, Neustadt, 3. Auflage 2013; Steffen Guido Freischhauer, Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen, AT Verlag 4. Auflage 2006).