Freudige Nachricht: Luchs Wiederansiedlungsprojekt - Martin ist da!
Bei allen negativen Nachrichten im Umwelt- und Naturschutz, ist die Luchs-Wiederansiedlung endlich in BW angekommen. Was heißt das?
Zunächst muss man wissen, dass wir die Biodiversitäts-Dekade der Ökosysteme haben, d.h. die Wiederherstellung von Ökosysteme, die wir unbedingt brauchen zur Rettung unserer Lebensgrundlage (Wasser, Luft, Böden und Genetik) und dafür benötigen wir die ganze Bandbreite der Tiere und Pflanzen, umso dichter das Artennetz ist, umso robuster ist das Ökosystem - vereinfacht gesagt.
In früher Zeit unterschied man die Tiere in "gute" und "böse" - alles Raubzeug, was uns (dem Ober-Raubtier) was wegfraß galt als schädlich und war "auszumerzen" - eine ganz schöne Doppel-Moral.
Nachdem der Luchs in Deutschland als Schädling verfolgt wurde und bei der Verfolgung vom Wolf als "Neben-Opfer" ebenfalls getötet wurde, wurde der letzte Luchs bei der Ruine Reußenstein auf der Schwäbischen Alb am 15. Februar 1846 geschossen. Dies wurde in einem Gemälde heroisch seitens der Jägerschaft verherrlicht (siehe Wilfried Ott, Die besiegte Wildnis, Wie Bär, Wolf, Luchs und Steinadler aus unserer Heimat verschwanden, DRW, Seite 192).
Nun endlich konnten wir uns von diesem "alten Denken" lösen und nach fast 200 Jahren dazu entschliessen, den Luchs wieder bei uns anzusiedeln (als Urbewohner). Mit Luchs Martin wurde nun der 4 Luchs bereits in die Freiheit entlassen - leider starb ein weibliches Tier an Staube und nun ruht die Hoffnung auf Venessa. Leider gibt es auch bei uns "z.B. in St. Blasien" noch Jäger, welche den Luchs verfolgen (siehe Link). Dies ist natürlich eine Straftat und würde mit bis zu 50 000€ geahndet - hier wurde das Verfahren leider eingestellt. Obwohl der Luchs ein so seltenes Tier ist, schätzt man das auch heute noch 1/3 schwarz geschossen wird. Und dies obwohl die Jägerschaft die Patenschaft für die Wiederansiedlung übernommen hat. Ich denke da ist noch einiges an Aufklärungsarbeit nötig und hoffe das dies im Sinne der Wiederansiedlung gelingt.
Wer sich weiter informieren möchte (siehe Internetseite unten).
Bild zur Meldung: Grosser Leitartikel: Freiheit für das Pinselohr, BZ, 12. August 2025, S. 3

