Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Nachrichten aus der Natur: Amphibienfalle Gully

09. 08. 2021

Kürzlich hat mich meine Tochter mal wieder auf ein paar Kröten im Gully vor dem Haus aufmerksam gemacht. Ich bin sofort hin und habe sie gerettet und in meinen Naturgarten gebracht. Es war ein Pärchen, ein grosses Weibchen und ein Männchen.

Das Problem ist sehr alt und wirklich bekannt. Wirklich gute Lösungen sind selten. Gemacht wird viel zu wenig und leider ist hier jeder selber verantwortlich sein Haus "kleintierfallensicher" zu machen. Ich selbst habe auch noch nicht die richtige Lösung gefunden. Wenn jemand eine Idee hat, bitte melden. Ich denke es wäre an der Zeit das Problem mal grundsätzlich anzugehen und hier eine wirkliche gute Lösung zu erfinden, z.B. einen amphibiensicheren Gullydeckel, den man direkt einsetzen kann.

 

Erdkröten gibt es in Rickenbach mindestens soviele wie Einwohner, nur sehen tut man sie sehr selten. Bei mir im Garten haben sie früher auch gelaicht, aber nachdem wir unsere Hunde bekommen haben und den den Garten "abhausicher" gemacht wurde, leider keine mehr. Nun haben wir ab und zu einige "Besucher". Erdkröten sind sehr nützliche Tiere.

 

anbei noch ein NABU Artikel, der die Probleme gut aufzeigt, aber leider auch nicht praktisch weiter hilft.

Kröten auf gefährlicher Winterquartiersuche

Gullys und Lichtschächte amphibienfreundlich abdecken

Kellerschächte und Gullys können regelrechte Amphibienfallen sein, aus denen die Tiere nicht wieder herauskommen. Dort trocknen sie einfach aus oder verhungern spätestens im nächsten Frühjahr.

 

 

Knoblauchkröte im Gully - Foto: Thorsten Schönbrodt

Knoblauchkröte im Gully - Foto: Thorsten Schönbrodt

Wenn der goldene Oktober vorüber ist, es von Tag zu Tag trüber wird und die ersten Fröste drohen, suchen Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche ein dunkles, feuchtes Versteck als Winterquartier. Dabei entpuppen sich Kellerschächte und Gullys als regelrechte Amphibienfallen, aus denen die Tiere nicht wieder herauskommen. Dort trocknen sie einfach aus oder verhungern spätestens im nächsten Frühjahr.

Das Problem könne ganz leicht entschärft werden, indem Gullys und Lichtschächte von Kellergeschossen mit einem feinmaschigen Gitter ausgestattet werden, durch die die Amphibien nicht fallen können. Ein weitere Möglichkeit sind kleine Ausstiegshilfen. Auch hohe Kelleraußentreppen sind in der Regel eine Einbahnstraße für unsere Amphibien. Sie sollten deshalb regelmäßig überprüft werden.

 

Krötenschutzgitter - Foto: Thorsten Schönbrodt

Krötenschutzgitter - Foto: Thorsten Schönbrodt

Am besten wäre es, wenn bereits im Planungsstadium Gefahren für Kleintiere minimiert würden. So gilt es zum Beispiel, Bordsteine in bestimmten Abständen anzuschrägen, damit Amphibien, die daran entlang wandern, nicht automatisch zu den Wasserableitungen geführt werden. Ohne Mehrkosten, aber mit großem Effekt kann so der Natur auch im Siedlungsbereich geholfen werden.

 

Bild zur Meldung: Erdkrötenrettung in Bergalingen